Gemeinsam Verantwortung tragen. Trotz Globalisierung die Wirtschaft im Dorf lassen

Die Globalisierung ist seit Jahrzehnten ein feststehender Begriff, der mit vielen Erwartungen und
Ängsten verbunden ist. Dennoch findet das wirtschaftliche und soziale Leben vor Ort statt, dort wo
die Menschen leben. Während sich gerade die Industrieunternehmen im Landkreis dem Druck
globaler Märkte anpassen mussten – wir denken nur an den harten Kampf der Wacker Siltronic -,
haben sich die Unternehmen von vielen sozialen Aufgaben wie Betriebswohnungen und
Unterstützung für die Bäder zurückgezogen. Zum Glück erleben wir seit einigen Jahren wieder eine
Rückbesinnung auf die Notwendigkeit sozial Verantwortung vor Ort zu übernehmen.
Aktive Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben der Kommunen und der Aufbau einer regionalen
Gemeinwohlökonomie dürfen nicht leere Schlagwörter bleiben. Hinter diesen Begriffen steckt ein
großes ungenutztes Potential, um Betriebe vor Ort wieder besser zu verankern und ein Bewusstsein
für das gemeinsame Handeln in der Region zu stärken. Politik, Behörden, Bürger und Unternehmen
sind jetzt gefragt, in einen Dialog zu treten.
Der PFOA Skandal im Landkreis zeigt deutlich was passiert, wenn sich Betriebe und Behörden nur im
Rahmen des Rechts bewegen, aber nicht auf ihre Gesamtverantwortung für die Allgemeinheit
achten. Am Ende entsteht neben ökologischen und finanziellen Schäden ein kaum zu behebender
Vertrauensbruch, zwischen Bürgern, Politik und Unternehmen.

  • Wir müssen hier neue Wege gehen. Ich möchte eine Initiative ins Leben rufen und am besten
    in den zuständigen Ministerien verankern, die regionalen Akteuren hilft in einen Dialog zu
    treten. Wir werden Probleme nicht lösen, wenn Akteure weiter gegeneinander arbeiten und
    vor allem auf ihren persönlichen Vorteil achten. Statt schlechter Kompromisse müssen
    WinWin-Situationen für alle geschaffen werden.
    So könnte z.B. eine Kommune statt eine neues Gewerbegebiet auszuweisen, natürliche
    Flächen zu zerstören und unnötig Steuern zu senken, einem interessierten Unternehmen
    kostengünstig ein kommunales Gebäude oder eine bereits erschlossene Fläche zu Verfügung
    stellen. Der Naturschutz hat gewonnen, da keine neuen Flächen verbraucht werden. Das
    Unternehmen hat niedrigere Investitionskosten, dadurch entstehen weniger Abschreibungen
    und die Kommune kann schneller auf Steuereinnahmen zurückgreifen.