Im Gespräch mit dem DGB Vorstand Altötting.

Mehr Sicherheit in einer veränderten Arbeitswelt

Dr. Thorsten Kellermann zu Gast beim DGB Kreisverband Altötting

Der DGB Kreisverband Altötting führte in den letzten drei Monaten eine Veranstaltungsreihe zur aktuellen Landespolitik aus Sicht von Beschäftigten durch. Als letzten Gesprächspartner hatte er nun den Landtagskandidaten von Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Thorsten Kellermann, zu Gast. Im Gasthaus Plankl in Altötting wurde über die Themen gute Bildung, sichere Arbeitsplätze und bezahlbarer Wohnraum diskutiert. „Wir wollen diese, für die Menschen in unserer Region wichtigen Zukunftsthemen stärker in den Vordergrund rücken“, so die DGB Kreisverbandsvorsitzende Jasmin Geltinger. Mit den durchgeführten Gesprächsrunden haben sich die örtlichen Gewerkschaftsvertreter aktiv in die Diskussionen im Vorfeld der Landtagswahl eingebracht. 

„Die Arbeitswelt wird sich durch die zunehmende Digitalisierung weiter verändern“, stellte zu Beginn der gelernte Chemielaborant und heutige Doktor der Physik, Thorsten Kellermann, fest. Durch seine Berufsausbildung in der Region seien ihm die Problemlagen von Beschäftigten zum Beispiel in der Schichtarbeit bekannt. Für den DGB Regionsgeschäftsführer Günter Zellner gibt es „gute Produkte und Dienstleistungen nur mit guten Arbeitsbedingungen“. Sichere und gute Beschäftigungsverhältnisse sind wichtig, damit die Menschen ihr Leben frei gestalten können. Ihm macht die Zunahme von befristet Beschäftigten, von Leiharbeitnehmern, Werkvertragsbeschäftigten und Minijobbern große Sorge. Laut Dr. Kellermann ist das Anwachsen von sogenannter prekärer Beschäftigung in den letzten Jahren nie aufgearbeitet worden. Er ist zwar ein Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens, dieses wird aber die Probleme am Arbeitsmarkt nicht lösen. Ein wichtiger Schritt wäre für den DGB und den Landtagskandidaten ein Tariftreuegesetz bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen, um die Tarifbindung in Bayern zu erhöhen.

Auf die Frage nach verstärkten Anstrengungen und gezielter Förderung im Bildungsbereich sagte Dr. Kellermann: „Es ist ein Problem, dass alles, was wir sozialpolitisch vor Ort machen, bei Harz IV angerechnet wird“. Hier müsste der Freistaat Bayern im Bund eine Initiative starten, um das zu bereinigen. Für den Kandidaten der Grünen wäre ein weiterer Ausbau der Ganztagesbetreuung nötig. „Kinder in der Grundschule brauchen keinen Laptop an jedem Tisch, sondern mehr Zeit zum Lernen, Verstehen und Spielen. Ein Laptop im Klassenzimmer und das Internet sollen den Unterricht ergänzen“.

Im Weiterbildungsbereich fordert der DGB für den Freistaat Bayern ein allgemeines Weiterbildungsgesetz, wie es fast alle anderen Bundesländer bereits haben. Dem schloss sich auch Dr. Thorsten Kellermann an: „Freistellung für Weiterbildung ist einfach notwendig“.

Ein weiteres Gesprächsthema war die schwierige Wohnraumsituation, auch im Landkreis Altötting. Gewerkschaftsmitglieder klagen immer öfter in den Gremien des DGB, dass bezahlbarer Wohnraum fehlt. Eine adäquate Mietwohnung zu finden, wird meist zum Lotteriespiel. „Die steigenden Preise für Wohnraum kommen von der Großstadt München aufs Land“, so Kellermann. Er plädierte für eine Unterstützung von finanziell schwächeren Familien beim Erwerb von Wohneigentum. Auch eine bessere Planung beim sozialen Mietwohnungsbau ist nötig. „Wir müssen die Wohnungen bauen, die auch gebraucht werden“, forderte der Landtagskandidat. Einig waren sich der DGB Kreisverband und Dr. Thorsten Kellermann beim Genossenschaftlichen Wohnungsbau. Dieser muss stärker unterstützt und gefördert werden.

 

Von der Webseite des DGB Oberbayer: DGB_Oberbayern_Landtagskandidaten_Thorsten_Kellermann